Insektengiftallergie – Stichhaltige Informationen zu Bienen, Wespen & Co.

Besonders in den warmen Sommermonaten fliegen, krabbeln und kriechen Insekten nahezu überall herum. Für Allergiker kann dies zu einer echten Gefahr werden.

Bienen Quelle: schankz/Shutterstock.com - Copyright: Scientific DX GmbH, 2018

Was ist eine Insektengiftallergie?

Insektengifte sind Injektionsallergene. Das bedeutet, dass die Allergene nach dem Stich der Tiere über die Blutbahn in unseren Körper gelangen. Der bloße Kontakt zu den Tieren kann unangenehm sein, löst aber in der Regel keine körperlichen Reaktionen aus. Insektenstiche ziehen, auch wenn keine Allergie gegen ein Insektengift vorliegt, gerötete und geschwollene Hautstellen nach sich, meist im Durchmesser von etwa zwei Zentimetern. Diese Symptome werden durch das Gift ausgelöst, nicht durch die Allergene im Gift.

Reagiert man allergisch auf das Gift, zeigen sich die Symptome unmittelbar, das heißt ca. 5 – 10 Minuten nach dem Stich. Man spricht deshalb von einer Soforttyp-Allergie.

Häufige Symptome

Typische Symptome einer Insektengiftallergie sind je nach Schweregrad durch folgende körperliche Anzeichen von einer „gewöhnlichen“ Stichreaktion abgrenzbar:

  • Juckreiz
  • sich ausbreitende Rötungen
  • Schwellungen am Hals und/oder im Gesicht
  • Benommenheit, Schwindel und Schwächegefühl
  • Sprechbeschwerden (schwere Zunge)
  • (schwellungsbedingte) Schluckbeschwerden
  • Erbrechen, Bauchkrämpfe
  • Atemnot
  • Herzrasen
  • Bewusstlosigkeit
  • Schockzustände

Sollten solche oder ähnliche Beschwerden bei Ihnen oder einer Person in Ihrem Umfeld auftreten, ist umgehend ein (Not-) Arzt zu rufen!

Insektenstich Quelle: NothingIsEverything/Shutterstock.com - Copyright: Scientific DX GmbH, 2018

Tipp: Um besser beobachten zu können, ob sich die Hautirritation an der Einstichstelle beruhigt oder atypisch vergrößert, kann die Rötung mit einem wasserfesten Stift umrahmt werden.

Welche Insekten sind gefährlich und wie kann einem Stich vorgebeugt werden?

Das größte Risiko bergen Bienen- und Wespenstiche, da diese häufig vorkommen. Zwar kann das Gift von Hummeln und Hornissen gleichermaßen allergische Reaktionen hervorrufen, jedoch kommen wir verhältnismäßig wenig mit ihnen in Kontakt. Grundsätzlich handelt es sich bei Bienen, Hummeln & Hornissen um gutartige und mitunter nützliche Tiere, die nur dann stechen, wenn sie sich in irgendeiner Weise bedroht fühlen. Wespen können jedoch äußerst aggressiv werden und sind daher auch der häufigste Auslöser allergischer Reaktionen unter den Insekten.

8 grundlegende Tipps, um einen Insektenstich vorzubeugen:

  • Einsatz von Insektenspray
  • Keine plötzlichen Bewegungen
  • Obstreste (Kerne, etc.) im Müll entsorgen, nicht in der Wiese
  • Tragen von (geschlossenem) Schuhwerk in Wiesen
  • Süße, zuckerhaltige Lebensmittel beim Picknick im Freien gut verpacken
  • Getränkedosen (oder auch andere uneinsichtige Behältnisse) nie geöffnet stehen lassen (Gefahr eines Stichs im Mundraum)

Diagnose und Therapie

Aufgrund der oft schweren allergischen Reaktionen nach einem Insektenstich können sich viele Insektengiftallergiker anschließend nicht mehr an das entsprechende Insekt erinnern. Daher ist die Krankengeschichte oft nicht aussagekräftig. Mit Hilfe von modernen diagnostischen Verfahren kann im Krankenhaus oder Allergieambulatorium jedoch eine eindeutige Zuordnung (ob eine Bienen- oder Wespengiftallergie vorliegt) getroffen werden.

Besteht eine Allergie gegen Insektengift, sollte immer ein Notfallset (z.B. ein Adrenalin-Autoinjektor, Schmerztabletten oder Antihistaminikum-Tropfen) mitgeführt werden. Über Inhalt und Verabreichung werden Sie von Ihrem verschreibenden Arzt aufgeklärt. Des Weiteren ist es auch möglich, eine spezifische Immuntherapie gegen Bienen- oder Wespengift durchführen zu lassen. Die Erfolgsaussichten sind sehr gut, wenn das auslösende Gift zuvor identifiziert wurde.

Hinweis: Wir möchten darauf hinweisen, dass igevia keine Testergebnisse für Insektengifte ermittelt. Bitte suchen Sie daher zur Abklärung einer Insektengiftallergie ein entsprechendes Ambulatorium oder Krankenhaus bzw. einen spezialisierten Facharzt auf.

Stethoskop

Medizinisch geprüft

Dieser Artikel wurde von Mag. Nora Zulehner, PhD auf seine medizinische Richtigkeit geprüft.

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