Kreuzallergien – es kommt auf die Allergenfamilie an

Für viele wird der Genuss von Lebensmittel durch die Beschwerden einer Nahrungsmittelallergie getrübt. Die Symptome reichen von Juckreiz oder Übelkeit bis hin zu lebensbedrohlichen Zuständen. Zudem reagieren erwachsene Menschen oft auch aufgrund einer vorhandenen Pollenallergie allergisch auf Nahrungsmittel. Unser Medical-Team berichtet über die Ursachen dieser sogenannten Kreuzallergie und informiert Sie rund um das Thema Nahrungsmittelallergie.

Müsli mit Früchten und Joghurt Quelle: Kiian Oksana Shutterstock.com - Copyright: Scientific DX GmbH, 2018

Was ist eine Nahrungsmittelallergie?

Bei einer Nahrungsmittelallergie richtet sich das Immunsystem gegen - an sich ungefährliche - Eiweiße aus Nahrungsmitteln. Der Körper betrachtet die Stoffe aus der Nahrung als schädlich und reagiert auf diese mit der Produktion von IgE-Antikörpern. Nach dem Kontakt der Lebensmittelallergene mit den IgE-Antikörpern führen diese zu einer verstärkten Freisetzung von Histamin und anderen Gewebshormonen. Dadurch entstehen eine allergische Reaktion und die begleitenden Beschwerden.

Nahrungsmittelallergie vs. Unverträglichkeit

Nahrungsmittelallergien sind klar von Unverträglichkeiten zu trennen. Bei einer Allergie kommt es zu einer Reaktion der körpereigenen Abwehr - dem Immunsystem. Die Reaktionen können sehr schwer, teilweise sogar lebensbedrohlich, ausfallen. Im Falle einer Unverträglichkeit (auch Intoleranz genannt) ist das körpereigene Abwehrsystem nicht beteiligt. Der Körper ist auf Grund von fehlenden Enzymen nicht in der Lage bestimmte Lebensmittel über den Stoffwechsel zu verwerten. Durch diese Störung der körpereigenen Prozesse treten Beschwerden wie Bauchschmerzen oder Blähungen auf.

Primäre Nahrungsmittelallergie

Wichtig ist, zwischen primären und sekundären Nahrungsmittelallergien zu unterscheiden. Bei einer primären Nahrungsmittelallergie richten sich die Abwehrreaktionen direkt gegen ein Nahrungsmittel. Sie tritt meist schon in der frühen Kindheit auf. Häufige Lebensmittelallergien bei Kindern:

  • Milch der Kuh
  • Ei
  • Sojabohnen
  • Weizen

Eine Allergie bei Kleinkindern kann spontan ausheilen. Bis zum Schulbeginn sind etwa 80% der Kinder beschwerdefrei. Gerade bei Kuhmilch-, Hühnerei-, Soja- und Weizenallergien besteht die Möglichkeit, dass sie mit den Jahren wieder verschwinden. Allergien gegen Nüsse, Fisch und Krebstiere halten hingegen leider häufig ein Leben lang an.

Sekundäre Nahrungsmittelallergie / Kreuzallergie

Erwachsene Menschen reagieren meist aufgrund einer vorhandenen Pollenallergie allergisch auf Nahrungsmittel, ausgelöst durch eine Kreuzreaktion. Eine solche Kreuzallergie entsteht, wenn das Immunsystem die Allergene sozusagen verwechselt. Die Antikörper (IgE) richten sich dann gegen Allergene im Obst oder Gemüse, die in ihrer Struktur denen der Primärallergie (der Pollenallergie) ähneln. So reagieren viele Birkenpollenalleriker beim Essen von Äpfeln mit einem Jucken im Mund, Zungen- oder Mundschleimhautschwellung. Die Ursache ist die Ähnlichkeit des Apfelallergens mit dem Hauptallergen aus Birkenpollen. Man spricht deshalb bei dieser Form der Kreuzallergie von einer „pollenassoziierten Nahrungsmittelallergie“.

Häufige Kreuzallergien im Überblick

Primäre Allergie Kreuzallergie
Baumpollen (Birke, Hasel, etc.) und Gräserpollen Kern- und Steinobst, Nüsse, Sellerie, rohe Kartoffeln
Ragweedpollen (Ambrosia) Banane, Melonen, Gurken, Tomaten
Beifußpollen Kartotten, Sellerie, Gewürze (Kümmel, Petersilie, Koriander)
Hausstaubmilben Schalentiere (Garnelen, Hummer, Schrimps, Schnecken, Krabben)
Latex Avocado, Bananen, Ananas, Kastanien, Kiwi, Kartoffeln, Tomaten, Buchweizen

Besondere Vorsicht ist bei Allergien gegen Nüsse, Obst- und Gemüsesorten sowie Gewürzen geboten. Diese treten zunehmend häufiger auf und können heftige allergische Reaktionen hervorrufen.

Symptome einer Nahrungsmittelallergie

  • Schwellungen an Lippen und im Gesicht
  • Rinnende Nase Kribbeln in und um den Mund
  • Magenschmerzen, Krämpfe, Durchfall, Erbrechen
  • Juckende und gerötete Haut
  • Blutdruckabfall
  • Allergischer Schock (anaphylaktischer Schock) Selten - bei Verdacht jedoch umgehend Notarzt rufen!

Vorsicht bei Meeresfrüchten für Hausstaubmilbenallergiker

Fisch, Erdnüsse und Früchte Quelle: Image Pont Fr/Shutterstock.com - Copyright: Scientific DX GmbH, 2019

Gerade die Frühling- und Sommerzeit lädt viele Menschen zum Genuss fangfrischer Meeresfrüchte ein. Doch auch Garnelen, Tintenfisch, Muscheln und Austern können allergische Reaktionen auslösen. Bei starker Überempfindlichkeit kann bereits der Hautkontakt (noch ohne Verzehr) starke Symptome, wie heftige Hautreizungen oder Atem- und Kreislaufbeschwerden, hervorrufen. Im schlimmsten Fall können die Auswirkungen sogar lebensbedrohlich sein (allergischer Schock). Da einige Allergene aus Hausstaubmilben Ähnlichkeiten mit Allergenen von Schalentieren aufweisen, sollten Hausstaubmilbenallergiker beim Essen von Meeresfrüchten besonders vorsichtig sein.

Bekommen Sie Klarheit über Ihre Allergie

Sie bemerken Symptome beim Verzehr bestimmter Nahrungsmittel? Dann empfehlen wir die genaue Beobachtung (z.B. mit einem Symptomtagebuch) und die Durchführung eines Allergietests. Diese beiden Informationen zusammen sind eine optimale Voraussetzung für eine tiefgehende Beratung durch einen fachkundigen Arzt. Achten Sie bei der Durchführung eines Allergietests auch darauf, dass Kreuzallergien festgestellt werden können.

Stethoskop

Medizinisch geprüft

Dieser Artikel wurde von Mag. Nora Zulehner, PhD auf seine medizinische Richtigkeit geprüft.

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