Allergiesymptom Anaphylaktischer Schock – Notfallplan

Der anaphylaktische Schock, auch Anaphylaxie genannt, ist eine akute und gleichzeitig die gefährlichste allergische Reaktion. Das Ausmaß kann lebensbedrohlich sein.

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Was passiert bei einem anaphylaktischen Schock?

Zu einem anaphylaktischen Schock kommt es durch den gleichen Vorgang wie bei jeder anderen allergischen Reaktion, jedoch sind das Ausmaß der Reaktionen sowie die Auswirkungen wesentlich heftiger. Das Immunsystem identifiziert einen körperfremden Stoff und wehrt diesen durch die Produktion von IgE-Antikörpern ab, die sowohl im Blut schwimmen als auch auf Mastzellen in der Haut und Schleimhäuten sitzen. Aus den Mastzellen wird nach dem Kontakt eines Allergens, z.B. Erdnuss- oder Wespengiftallergen, innerhalb weniger Minuten Histamin ausgeschüttet, wodurch wiederum die Symptome der allergischen Reaktion entstehen.

Die Schockreaktion ist aufgrund ihrer Intensität (z.B. sterben in Deutschland etwa 30 Personen an einer anaphylaktischen Reaktion nach Wespen- und Bienenstichen) die massivste mögliche Folge einer Allergie. Im Körper kommt es dann zu einer plötzlichen Ausdehnung und Erweiterung der Blutgefäße, einer Durchlässigkeit der Gefäßwände sowie einer Verengung der Bronchien; in der Folge treten ein massiver Blutdruckabfall, Gleichgewichts- und Bewusstseinsstörungen bis zur Bewusstlosigkeit, Herzrasen, Atemnot und Herzstillstand ein.

Häufig wird ein anaphylaktischer Schock durch Nahrungsmittel (aufgrund von Kreuzallergien) und Insektengifte (insbesondere Wespen- und Bienenstiche) ausgelöst, seltener durch andere Allergene.

Schweregrad und Anzeichen eines anaphylaktischen Schocks

Schweregrad Anzeichen
leicht Hautrötungen, Juckreiz, Kopfschmerzen, Unruhegefühl
mittel Kreislaufstörungen, Pulsveränderungen, Atemnot, Schwindel, Übelkeit
stark akute Atemnot, Muskelverkrampfung der Atemwege (Bronchospasmus), Bewusstseinsstörung
Organversagen Atemstillstand, Kreislaufstillstand

Erste Hilfe und Sofortmaßnahmen

Wenn es bei einem selbst zu einem anaphylaktischen Schock kommt: Betroffene, die um ihre Allergie und möglichen Gefahren eines allergischen Schocks Bescheid wissen, führen in der Regel ein Allergie-Notfallset mit sich, welches meist Tabletten (Kortison und Anti-Histaminika) und einen Adrenalin-Autoinjektor beinhaltet. Dieses sollte wie verordnet angewandt werden. Dennoch ist es häufig notwendig einen Notarzt zu rufen, wenn es durch die Einnahme der Tabletten und des Adrenalins nicht innerhalb von 5-10 Minuten zu einer erkennbaren Besserung kommt.

Wenn eine andere Person einen allergischen Schock erleidet:

Besteht der Verdacht einer Schockreaktion bei einer anderen Person muss ebenso umgehend ein Notarzt gerufen werden, um das Risiko der Bewusstlosigkeit zu verringern. Während der Wartezeit ist darauf zu achten, die Allergenexposition sofort zu beenden, das heißt die Allergieauslöser müssen nach Möglichkeit beseitigt werden, obgleich dies selten möglich ist. Ebenso ist wichtig, die betroffene Person in Schocklage zu bringen. Hierzu sollten die Beine hochgelagert, also in irgendeiner Form angehoben, werden. Sofern verfügbar, empfiehlt sich die Verabreichung von Sauerstoff über eine entsprechende Maske.

Bei Bewusstlosigkeit einer noch selbstständig atmenden Person ist diese umgehend in die stabile Seitenlage zu bringen, um die Atemwege frei zu machen und die Gefahr des Erstickens zu vermindern. Atmet die betroffene Person nicht mehr selbstständig, müssen Lebenszeichen überprüft werden, um gegebenenfalls reanimierende Maßnahmen einzuleiten.

Stethoskop

Medizinisch geprüft

Dieser Artikel wurde von Mag. Nora Zulehner, PhD auf seine medizinische Richtigkeit geprüft.

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