Tierhaarallergie – Ursachen, Symptome & Tipps

Die Tierhaarallergie ist weit verbreitet – nach Pollen und Hausstaubmilben ist sie der häufigste Allergieauslöser. Dabei ist die Bezeichnung irreführend, da es sich genau genommen um gar keine Reaktion auf die Haare selbst handelt.

Hund und Katze Quelle: FamVeld/Shutterstock.com - Copyright: Scientific DX GmbH, 2019

Was ist eine Tier(haar)allergie?

Bei einer Haustierallergie, reagiert der Körper auf Stoffe des Vierbeiners überempfindlich. Tatsächlich sind es nicht die Tierhaare selbst, die zu allergischen Reaktionen führen. Genauer sind es Eiweiße des Tieres, die bei vielen Menschen Beschwerden verursachen. Die Eiweiß-Stoffe stammen aus der Haut, Haarschuppen, Urin oder dem Speichel bestimmter Tiere.

Die umgangssprachliche Bezeichnung Tierhaarallergie dürfte sich hartnäckig halten, weil die Allergene (Eiweiße) an den Härchen haften bleiben und sich dadurch verbreiten. Sie gelangen über die Luft in Augen, Nase und Bronchien und verursachen allergische Reaktionen wie Atembeschwerden. Zudem kann auch der direkte Kontakt beim Kuscheln und Streicheln mit dem Tier zu Hautrötungen und Ausschlägen führen.

Wer ist betroffen?

Von der Allergie sind nicht nur Tierhalter betroffen. Auch Menschen, die beispielsweise beruflich viel mit Tieren in Berührung kommen, wie Tierärzte, Pfleger oder Mitarbeiter landwirtschaftlicher Betriebe erleben oft starke Symptome.

Symptome einer Tierhaarallergie

  • Tränende, juckende, brennende Augen (Konjunktivitis)
  • Verstopfte oder laufende Nase (Rhinitis)
  • Hustenreiz, Atemnot (Allergisches Asthma)
  • Gerötete, juckende, geschwollene Haut (Nesselsucht, Verstärkung von Neurodermitis-Schüben)
  • Allergischer Schock (Anaphylaxie; heftigste Reaktion)

Allergieauslöser Katze

Frau mit Katze Quelle: iStock.com/cyano66/eigenart/Shutterstock.com - Copyright: Scientific DX GmbH, 2019

Am häufigsten ist eine Allergie gegen Katzen verbreitet. Selbst wenn Betroffene sich an Orten aufhalten, an denen nur zuvor eine Katze war kommt es oft zu Beschwerden. Ihre Allergene befinden sich hauptsächlich in deren Speichel und Urin und haften nach der bekannten Katzenwäsche am Fell. Selbst Nacktkatzen sind jedoch keine sichere Lösung für Allergiker, da auch sie über die Hautschuppen Allergene freisetzen. Katzenallergiker erleben ihre Beschwerden in der Regel unabhängig von der Rasse. Neben Katzen können auch Meerschweinchen heftige allergische Reaktionen hervorrufen. Hunde und Pferde gehören ebenfalls zu den häufigen Auslösern, jedoch verursachen sie öfter weniger heftige Beschwerden. Selbst Vögel haben allergenes Potential. Bei ihnen befinden sich die Eiweiß-Stoffe in Federn und Kot. Grundsätzlich gilt leider, allergenfreie Tiere gibt es nicht, auch wenn spezielle Züchtungen (Stichwort Labradoodles) etwas anderes versprechen.

Entgegen der verbreiteten Annahme hängt auch die Länge der Tierhaare nicht direkt mit der Allergenbelastung zusammen. Kurzhaar-Rassen sind daher nicht zwingend geeigneter für Allergiker.

Diagnose und Therapie

Auch Menschen, die keine Haustiere haben (wollen) leiden häufig unter den tierischen Allergenen, weil diese von Personen die mit den Tieren in Berührung kommen verbreitet werden. Eine genaue Diagnose und mögliche Therapie ist daher nicht nur für leidenschaftliche Tierliebhaber besonders wichtig. Bei Verdacht auf eine Tierhaarallergie können mittels Bluttest die genauen Auslöser bestimmt werden. Kennt man diese, ermöglicht dies eine zielgerichtete Therapie.

Hat die Testung die Allergie bestätigt, ist es ratsam den Kontakt zum jeweiligen Tier weitgehend zu vermeiden (Allergenkarenz). Eine Maßnahme die insbesondere den meisten Haustierhaltern schwerfallen dürfte. Keinesfalls sollten die Tiere ins Schlafzimmer.

Ist die Vermeidung nicht möglich, sollte mit dem behandelnden Arzt über Therapieoptionen gesprochen werden. Hier gilt es zwischen langfristigen Behandlungen (zB spezifische Immuntherapie oder Hyposensibilisierung) und kurzfristigen symptomatischen Therapien zu unterscheiden. Unbehandelt können allergische Symptome zu schwerwiegenderen Erkrankungen wie chronischem Asthma führen.

Stethoskop

Medizinisch geprüft

Dieser Artikel wurde von Mag. Nora Zulehner, PhD auf seine medizinische Richtigkeit geprüft.

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