Unser Stoffwechsel – einfach erklärt

Bei manchen ist er optimal aktiv, bei anderen eher langsam. Um ihn anzukurbeln, halten wir uns an Tipps für eine ausgewogene Ernährung und auch ausreichend Schlaf wird betont. Die Rede ist vom Stoffwechsel – ein Begriff, der zurzeit vor allem im Zusammenhang mit Gewichtsreduktion in der Ernährungs- und Fitnessbranche sehr en vogue ist und häufig mit Verdauung verwechselt wird. Doch wofür genau ist der sogenannte Metabolismus zuständig und welche Rolle spielt er beim Abnehmen?

Fisch, Erdnüsse und Früchte Quelle: Image Pont Fr/Shutterstock.com - Copyright: Scientific DX GmbH, 2019

Ohne Stoffwechsel kein Leben

Ein aktiver Stoffwechsel ist die Basis sämtlicher lebenswichtiger Vorgänge im menschlichen Körper, konkret aller biochemischer Vorgänge innerhalb einer Zelle. Die zugefügten Nährstoffe, Vitamine und Mineralien werden in den Zellen abgebaut, umgebaut und zu neuen Produkten verwandelt. Diese komplexen Prozesse sind Aufgabe des Metabolismus.

Unser Körper als Legoland

Stellen wir uns vor, ein Stück Brot, das wir zu uns nehmen, ist ein Bauklotz, der aus verschiedenen Legosteinen besteht – eines für Kohlenhydrate, eines für Eiweiß, eines für Fett, eines für Mineralstoffe etc. In dieser zusammengesetzten Bauklotzform lassen sich die einzelnen Nährstoffe nicht als wertvolles Baumaterial für die Energiegewinnung verwerten. Deshalb wird der Bauklotz vorerst durch die Verdauung in seine einzelnen Legosteine zersetzt, z.B. werden Kohlenhydrate zu Einfachzucker, aus Eiweißen Aminosäuren usw. In dieser zerlegten Form ist es dem Darm möglich, die Nährstoffe aufnehmen. Die Verdauung ist also nicht mit dem Stoffwechsel gleichzusetzten, sondern ist vielmehr die Voraussetzung für Stoffwechselprozesse.

Über die Autobahn unseres Blutkreislaufs wird im nächsten Schritt jede einzelne Zelle unseres Körpers mit den wertvollen Nährstoffen alias Legosteine versorgt. In weiterer Folge finden in den Zellen die eigentlichen Stoffwechselprozesse statt, bei denen Energie gewonnen wird. Somit ist der Körper sein hauseigener Energieproduzent. Der Abbau von Stoffwechselprodukten von komplexen in einfache Substanzen wird in der Fachsprache als Katabolismus bezeichnet.

Legosteine lassen sich allerdings nicht nur gut auseinanderbauen, sondern auch neu zusammensetzen. Somit bastelt sich der Körper neues maßgeschneidertes Baumaterial, worauf später zugegriffen werden kann. Der Vorgang, einzelne Stoffe neu zusammenzufügen und auf- anstatt auseinanderzubauen, heißt Anabolismus.

Enzyme geben den Ton an

Damit der Stoffwechsel in Gang kommt, übernehmen Enzyme das Kommando. Jedes Organ bildet seine eigenen Enzyme mit unterschiedlichen Aufgaben. Diese Eiweißstoffe sorgen dafür, dass Stoffwechselvorgänge z.B. überhaupt beginnen oder schneller ablaufen. Wie aktiv Enzyme arbeiten, wird u.A. durch Hormone gesteuert.

Zum Wohlfühlgewicht mit stoffwechselspezifischer Ernährung

Das Thema Stoffwechsel spielt u.A. auch bei der Gewichtsreduktion eine wichtige Rolle. Die Frustration, nicht abzunehmen, obwohl bei Ihren Mitmenschen die Kilos durch diverse Geheimtipps oder berühmte Diäten purzeln, während Sie diese ebenfalls befolgen, selbstverständlich auf gesunde Ernährung achten und viel Sport treiben, ist verständlich.

Der Grund dafür ebenso: Die Ernährungs- und Sportmaßnahmen sind nur dann effektiv, sofern sie auf den individuellen Stoffwechsel abgestimmt werden. Der Metabolismus jedes Menschen ist durch bestimmte genetische Variationen, sogenannte Single Nucleotid Polymorphismen (SNP) so einzigartig wie ein Fingerabdruck. Wie gut Nährstoffe verwertet werden bzw. welche den Stoffwechsel anregen, ist daher von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Es kann daher nicht eine Diät für jeden Menschen gleichermaßen erfolgreich sein.

Zusätzlich beeinflussen diese SNP-Genvariation, z. B. wie schnell wir Hunger verspüren. Auch wer vermeintlich alles „richtig“ macht kann mit Übergewicht, dem bekannten Jo-Jo-Effekt, chronischer Müdigkeit und Verdauungsproblemen bis hin zu Erkrankungen wie Asthma oder Herz-Kreislaufproblemen konfrontiert sein. Sobald Sie Ihren Stoffwechsel kennen, wissen Sie, welche Lebensmittel Ihrem Körper Energie liefern und Ihr persönlicher Stoffwechsel-Booster sind. Mit diesem Wissen lässt sich das Ernährungs- und Sportprogramm gesund und nachhaltig verändern.

Stethoskop

Medizinisch geprüft

Dieser Artikel wurde von Mag. Nora Zulehner, PhD auf seine medizinische Richtigkeit geprüft.

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